Einleitung
Inline-Skating ist eine weltweit stark wachsende Freizeitsportart. Die Begeisterung für das Fortbewegen auf den "in-einer-Linie" angeordneten Rollen wuchs zu Beginn der neunziger Jahre besonders in den USA. In den letzten zwei Jahren stieg die Zahl der Aktiven jedoch auch in Deutschland deutlich an, so dass mittlerweile über 8 Mio. Menschen diesen Sport betreiben.
Das Interesse am Inline-Skating bleibt im Vergleich zu den meisten Skateboardfahrern nicht nur auf die Altersklasse der Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahre beschränkt, auch wenn diese mit einem Anteil von 77% die zahlenmäßig stärkste Gruppe bildet. Mit 23% beteiligen sich zu knapp einem Viertel auch Erwachsene jenseits der Zwanzig, wobei Frauen mit 51%- und Männer mit 49%-Anteil gleichermaßen vertreten sind.
Im Jahr 1996 wurden in Deutschland annähernd so viele Inline-Skates verkauft wie Kfz zugelassen wurden (ca. 4 Mio.). Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumgüterforschung in Nürnberg ist auch in den nächsten Jahren mit einem Zuwachs in diesem Trendsport zu rechnen.
Geschichte und Entwicklung
Die eigentliche Idee des Inline-Skatings ist nicht neu. Im Jahre 1760 leistete ein Belgier namens John Josef Merlin Pionierarbeit, indem er Metallräder an Stahlkufen von Schlittschuhen befestigte und erste Gleitversuche auf diesen Rollen unternahm.
Die Schuhe der neuen Generation wurden von den Gebrüdern Olsen 1980 in Minneapolis, USA, entworfen, die als Eishockey-Spieler eine neue Methode zur Ausübung ihres Sommertrainings suchten und daher Polyurethanrollen zusammen mit einem Gummistopper unter einem Hartschalenschuh anbrachten. Hieraus entstanden verschiedene Formen des Inline-Skatings, die offiziell von den internationalen Verbänden der Sportart in vier Disziplinen unterteilt werden.
Inline-Hockey:
Das "Inline-Hockey" ist die ursprünglichste Art des Inline-Skatings und wird mittlerweile als Teamsport mit eigenen Turnieren und Ligen professionell betrieben. In Deutschland organisiert der Deutsche Inline-Skate Verband (DIV) die bundesweite Inline-Hockey-Liga, deren Landesmeister zum Ende einer Saison um den Deutschen Meistertitel kämpfen. Hierbei sind gemischte Teams (weiblich/männlich) zugelassen. Wichtigster Unterschied zum Eishockey ist dabei die "non-contact"-Regel, die einen übertrieben harten Körpereinsatz verbietet, um unnötige Verletzungen zu vermeiden.
Speed-Skating:
Das Speed-Skating findet Anlehnung an das Eisschnelllaufen und eröffnet eine Alternative zu anderen Ausdauersportarten wie Radfahren oder Laufen. Hierbei werden hohe Geschwindigkeiten von teilweise über 50 km/h erreicht. Zusammen mit dem DIV organisiert der Deutsche Rollsport-Bund (DRB) Veranstaltungen wie Volksläufe über kürzere Strecken, aber auch über die Halbmarathon- und Marathondistanz.
Aggressive- und Stunt-Skating:
Die Disziplin "Aggressive- und Stunt-Skating" wird in die Bereiche "street" und "vert" (für vertikal) unterteilt. "Street" beschreibt das Fahren auf Treppen, deren Geländern, Mauern und Bordsteinkanten, "vert" steht für das Fahren in sog. Half-Pipes. Wie beim Inline-Hockey und Speed-Skating messen sich die Anhänger dieser Disziplin in nationalen und internationalen Wettkämpfen. Zudem werden eigene "Aggressive-Touren" und "Aggressive-Camps" angeboten, um den Nachwuchs zu fördern und zu schulen.
Freizeit- und Fitness-Skating:
Das "Freizeit- und Fitness-Skating" steht für das Fahren durch Parkanlagen, Fußgängerzonen oder andere öffentliche Plätze und Straßen. Nach Angaben des DIV zählen rund 90% aller Aktiven zu diesem Bereich, so dass diese Disziplin den Schwerpunkt des Inline-Skatings bildet. Als neuartige Nutzungsmöglichkeit von Inline-Skates entwickelt sich das "Off-Road-Skating", bei dem die Inline-Skater auf Gebiete jenseits der asphaltierten Flächen ausweichen und Wald- und Wanderwege, aber auch Schotterpisten und Berge als Fahrgelände aufsuchen. Bisher wird diese Form des Inline-Skatings jedoch noch nicht als eigenständige Disziplin von den Verbänden geführt und ist daher am ehesten dem Freizeit- und Fitness-Skating zuzuordnen. Inwieweit sich diese Variante durchsetzt, bleibt abzuwarten.
Die genauen Zahlen der Aktiven in den einzelnen Disziplinen des Inline-Skatings lassen sich nur vermuten, da der Großteil nicht in Verbänden organisiert ist. Die Gesellschaft für Konsumgüterforschung beschreibt in ihrer Statistik zu den Gründen der Nutzung von Inline-Skates folgende Verteilung:
Organisierte Mitglieder finden sich im DIV, dem Amateursport-Verband des Inline-Skatings, und im Deutschen Rollsport-Bund (DRB). Beide Organisationen arbeiten eng zusammen. Der DIV zählt nach eigenen Angaben ca. 800 Mitglieder, zur Verteilung der Mitglieder auf die einzelnen Disziplinen liegt keine Aufschlüsselung vor. Der Deutsche Rollsport-Bund weist eine Mitgliederzahl von 20.311 auf (Stand 01/97) und unterteilt dabei in "Rollkunstlauf" (51,2%), "Rollschnellauf" (10,2%), "Rollhockey" (13,1%), "Skater-Hockey u. Inline" (13,9%), "Skateboarding u. Inline-Aggressive" (5,3%) sowie "passive Mitglieder" (6,3%).
Ausrüstung zum Inline-Skating
Zur Inline-Skating-Ausrüstung zählen die Inline-Schuhe und eine Schutzbekleidung.
Schuhe:
Die Wahl eines Inline-Skate-Schuhs richtet sich nach dem vom Fahrer bevorzugten Einsatzzweck, denn die Schuhmodelle weisen untereinander große Unterschiede auf, um den Ansprüchen der einzelnen Disziplinen zu genügen.
Wichtige Merkmale der Inline-Skates sind dabei
Schuhbeschaffenheit
Verschlusssystem
Stabilität
Rollen und Kugellager.
Bei der Schuhbeschaffenheit unterscheidet man Modelle mit Hartschale und Innenschuh sowie Modelle nur mit Weichschuh, wie sie z. B. beim Fitness-Skating favorisiert werden. Als Verschlusssysteme dienen Schnallen oder Schnürung, auch eine Kombination von beiden ist möglich. Aus der Schuhbeschaffenheit und der Art des Verschlusses resultieren unterschiedliche Stabilitäten der Inline-Skate-Modelle, besonders hohe Anforderungen an die Stabilität werden beim Inline-Hockey und beim Aggressive- und Stunt-Skating gestellt. Die Rollen der Inline-Skates variieren sowohl in ihrer Größe und Form als auch im Härtegrad. Kleine Rollendurchmesser von 41-65 mm mit flachem, hartem Profil kommen zum Teil beim Aggressive- und Stunt-Skating zum Einsatz, in den anderen Disziplinen schwanken die Größen zwischen 70 bis 80 mm mit spitz zulaufenden, weicheren Rollen. Ebenso unterschiedlich wie die Schuhe sind auch die Preisklassen, je nach Komfort und Qualität liegt die Spannbreite zwischen 150-300 €, Spitzenmodelle kosten sogar zwischen 350-900 €.
Schutzausrüstung:
Eine Schutzbekleidung besteht aus Helm, Handgelenkprotektoren, sowie Knie- und Ellenbogenschützern.
Da die Qualität der Schutzbekleidung nicht bei allen angebotenen Produkten gleich ist, sollte beim Kauf auf das TÜV-Siegel "Geprüfte Sicherheit" geachtet werden. Weitere Faktoren bei der Auswahl von Protektoren sind:
Polsterung und Schutzwirkung
Passform und Tragekomfort
Bewegungsfreiheit
Art der Befestigung
Die Notwendigkeit einer Schutzbekleidung unterstreichen die Ergebnisse einer Umfrage unter 1.036 Inline-Skatern mit Hilfe eines Fragebogens in der Angaben zur Sturzhäufigkeit beim Fahren auf Inline-Skates gemacht wurden.
Die Ursachen für ein Sturzereignis sind vielfältig. Eine Untersuchung hierzu erbrachte in 58% der Fälle Gleichgewichtsverlust als Sturzursache, in 25% eine Kollision mit feststehenden Objekten, in 11% Zusammenstöße mit Fahrrädern und in 5% mit Autos. Ähnliche Angaben fanden sich in einer Befragung von 137 Inline-Skatern, von denen zusätzlich 19% als Grund für einen Sturz das nicht mehr rechtzeitige Bremsen erwähnten.
Bremstechniken:
Für das Bremsen stehen dem Inline-Skater verschiedene Techniken zur Verfügung. Die sog. T-Technik, bei der die Rollen eines Skate-Schuhs im rechten Winkel zum Vorstehenden auf den Belag gedrückt und somit die Bremswirkung erzielt wird, scheint favorisiert zu werden. Hierbei wird der mediale Kniegelenksbereich des querstehenden Beines besonders beansprucht. Die Drehtechnik, bei der der Fahrer durch eine schnelle 180°-Drehung zum Stehen kommt, folgt an zweiter Stelle. Der bei den Schuhen im Fersenbereich integrierte Stopper dient mehr als einem Drittel zum Bremsen, wobei bei älteren Schuhmodellen der Stopper durch Heben der Fußspitze eines Skate-Schuhs hinten auf den Bodenbelag gedrückt wird.
Bei hohen Geschwindigkeiten sowie in besonderen Fahrsituationen, wie z. B. bei Platzmangel vor einer Verkehrsampel, sind einige dieser Bremstechniken jedoch nicht anwendbar. Zu beachten ist daher, dass je nach spezifischer Situation spezifische Bremstechniken angewandt und natürlich auch beherrscht werden müssen, um zum sicheren Stand zu gelangen. Richtige Schulung der Bremstechniken ist daher notwendig.
Neuere Schuhmodelle sind teilweise mit einem speziellen Bremssystem ausgestattet, welches durch einfaches Vorschieben eines Skateschuhs und der dadurch bedingten Druckausübung des Unterschenkels auf den Schuhschaft den Stopper nach unten führt und somit eine Bremswirkung erzielt. Bei Unebenheiten der Fahrbahnoberfläche scheint die Wirkung dieses Systems jedoch begrenzt und nicht unproblematisch.
Bei der Befragung zur Bremstechnik geben immerhin 26% an, nur durch ein Festhalten an Gegenständen, wie z. B. Straßenlaternen und Ampeln, oder gar nur durch bewussten Sturz zum Stehen zu kommen. Ein kontrollierter Bremsvorgang ist also für jeden vierten Skater nicht möglich.
Dennoch wird der Notwendigkeit des Tragens einer kompletten Schutzausrüstung beim Inline-Skating nur selten nachgekommen. In einer Umfrage in Milwaukee unter 1.548 Inline-Skatern gaben 31,7% an, keinen Schutz zu tragen. Ein kompletter Schutz wurde in anderen Untersuchungen nur von 7%-17% der Inline-Skater getragen.
Verletzungen beim Inline-Skating
Eine komplette Schutzbekleidung ist jedoch kein Garant für eine Unversehrtheit bei einem Sturzereignis. Manche Verletzungsmuster, wie z.B. Unterarmfrakturen oberhalb der Handschienen, sog. "splint-top"-Frakturen, sind sogar durch die Bauart der Schutzbekleidung bedingt. Darüber hinaus sind beim Inline-Skating schon schwerwiegende Verletzungen mit Querschnittslähmung und sogar Todesfolge beschrieben worden.
Das Verletzungsrisiko bei Inline-Skatern ist angesichts der Fahrgeschwindigkeiten von 20-30 km/h und sogar Spitzengeschwindigkeiten bei Speed-Skatern von über 50 km/h hoch, insbesondere, wenn die Bremstechniken nicht beherrscht werden. Zudem spielt die Erfahrung und das Alter auch im Hinblick auf den Schweregrad der Verletzung eine entscheidende Rolle. So beobachteten Eingartner et al., dass verletzte Inline-Skater mit weniger als 1-monatiger Erfahrung mehr als doppelt so oft mit einer operationsbedürftigen Fraktur behandelt werden mussten als diejenigen mit längerfristiger Übung. Ebenso wiesen Verletzte in der Altersgruppe über 35 Jahre häufiger als jüngere Skater schwere Verletzungen, z. B. hüftgelenksnahe Oberschenkelbrüche, auf.
Neben Knochen- und Gelenkverletzungen in Form von Frakturen und Distorsionen kommen beim Inline-Skating auch Weichteilverletzungen durch Abschürfungen und Prellungen häufig vor.
Das Verteilungsmuster von Verletzungen beim Inline-Skating wurde in verschiedenen Studien untersucht. Die obere Extremität, insbesondere im Bereich des distalen Unterarms und des Handgelenks, ist die insgesamt am stärksten gefährdete Körperregion, die Häufigkeit von Frakturen liegt hier zwischen 25% und 57%, die von Distorsionen zwischen 12% und 38%. Die untere Extremität ist mit einem Anteil von ca. 10-14% von Verletzungen betroffen, wobei Knie, Unterschenkel und Sprunggelenk als Prädilektionsstellen gelten. Schädelläsionen und auch Verletzungen der Gesichtspartie sind mit einer Häufigkeit von 5-17% beschrieben.
Physiologische Aspekte des Inline-Skating
Über ein Drittel (37%) der Inline-Skater fährt aus sportlichen Ambitionen. Um eine genaue Aussage über die Auswirkungen des Inline-Skatings auf das Herz-Kreislaufsystem zu treffen, wurde das Verhalten von Laktat und Herzfrequenz beim Inline-Skating im Vergleich zu traditionellen Ausdauerbelastungsformen wie Radfahren und Laufen untersucht. Grundlage war dabei je eine Stufenbelastung beim Inline-Skating, auf einem Fahrradergometer sowie auf einem Laufband. Bei gleicher Sauerstoffaufnahme war das Laktatverhalten dem beim Radfahren vergleichbar, was sich durch die Beanspruchung ähnlicher Muskelgruppen mit gleichem statischem Kraftanteil erklären lässt.
Wie die Abbildung 6 zeigt, ist die Herzfrequenz bei gleichen Laktatkonzentrationen nahezu mit der Laufbandbelastung identisch, das Herzfrequenz-Laktat-Verhältnis liegt beim Inline-Skating und Laufen höher als beim Radfahren.
Beziehung der Laktatkonzentration zur relativen Sauerstoffaufnahme entsprechend 50, 60,...,90 und 100% der Maximalleistung (links) sowie Beziehung der Herzfrequenz zur Laktatkonzentration im Bereich von 2 bis 7 mmol/l (rechts) im Inline-, Fahrradergometer- und Laufbandstufentest (n = 9).
Die Laktatwerte beim Inline-Ausdauertraining wurden bei 137 Personen untersucht. Im Mittel lag die Konzentration bei 2.04 ± 1,40 mmol/l, knapp 11% der Skater hatten eine Laktatkonzentration > 4 mmol/l, was unter den bei Läufern und Schwimmern gemessenen Befunden liegt. Als mögliche Ursache für die niedrigen Laktatkonzentrationen wird diskutiert, dass eine höhere Belastung beim Inline-Skating für Anfänger aus fahrtechnischen Gründen nicht erreichbar ist. Ähnliche Befunde sind auch bei Eisschnellläufern beschrieben. Erfahrene Inline-Skater, die mit hohen Geschwindigkeiten fahren könnten und ausdauerleistungsfähig sind, können häufig aus Sicherheitsaspekten (Gefahr durch Fußgänger, Radfahrer, Kfz) ihre Leistungsfähigkeit nicht voll ausnutzen. Beim Vergleich der Sauerstoffaufnahme bei gleicher Geschwindigkeit zwischen Inline-Skating und Laufen zeigten sich niedrigere Werte beim Inline-Skating. Personen mit geringer Ausdauerleistungsfähigkeit können sich beim Inline-Skating zwischen 50-70% der maximalen Leistungsfähigkeit bei geringen Laktatwerten belasten, was für diesen Personenkreis beim Laufen oft nicht möglich ist.
Die Möglichkeit, die Ausdauerleistungsfähigkeit durch Inline-Skating zu verbessern, wurde in einer Studie mit College-Studenten nachgewiesen. Die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2 max.) und die maximale Belastungszeit auf dem Laufband wurden vor und nach einem Zeitraum von 9 Wochen Inline-Skate-Training gemessen. Zum Vergleich dienten Studenten, die 9 Wochen Lauftraining betrieben sowie Studenten, die während dieser Zeit keinen Sport ausübten. Es fand sich eine vergleichbare Steigerung der maximalen Sauerstoffaufnahme bei der Gruppe der Inline-Skater und Läufer sowie eine Steigerung der maximalen Belastungszeiten auf dem Laufband. Die untätige Kontrollgruppe zeigte keine Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit.
Auf Grund der positiven Beeinflussung der Ausdauer scheint Inline-Skating primär auch für Personen mit Herz-Kreislauferkrankungen geeignet zu sein, auch wenn die Effektivität wegen eines niedrigeren O2-Pulses im Vergleich zum Radfahren geringer ist. Bei Ungeübten kann jedoch allein schon die Angst vor einem Sturzereignis bzw. die Erwartung einer Stress-Situation beim Fahren eine Steigerung der Herzfrequenz bewirken. Für herzkranke Skater mit gutem Übungsgrad hingegen könnte Inline-Skating bezüglich positiver Auswirkung auf das Herz-Kreislaufsystem sowie den Stoffwechsel als günstig erscheinen, entsprechende Untersuchungen liegen aber noch nicht vor. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass Herzpatienten in der Regel älter sind und aufgrund einer geringeren Knochendichte sich Stürze schwerwiegender auswirken können. Auch bei marcumarisierten Patienten ist Vorsicht geboten.
Bei Betrachtung der Auswirkungen des Inline-Skatings auf das Herz-Kreislaufsystem ist zu bedenken, dass Unterschiede neben dem Fahrkönnen auch auf die Fahrstile und auf die Körperpositionen zurückzuführen sind.
Wünschenswert erscheint eine Differenzierung der Belastungsnormative bezogen auf die jeweiligen Inline-Skating-Disziplinen. Hier liegen nur teilweise genaue Erkenntnisse vor. Eine Untersuchung von Speed-Skatern zeigte eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit auf sicheren Trainingsstrecken auch bei submaximalen Geschwindigkeiten. Jedoch sind Langstreckenläufe beim Speed-Skating anders als kurze Fahrzeiten beim Aggressive- und Stunt-Skating in Half-Pipes mit anschließenden längeren Wartepausen zu bewerten. Umfang und Intensität von Inline-Hockey ist nicht zu vergleichen mit Freizeit- und Fitness-Skating in einer Fußgängerzone.
Resümee
Inline-Skating etabliert sich im Freizeit- und Wettkampfsport. Wie die Zuwachsraten und Prognosen zeigen, wird sich diese Entwicklung innerhalb der nächsten Jahre fortsetzen.
Auf Grund der positiven Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem eignet sich Inline-Skating bei entsprechenden fahrtechnischen Vorraussetzungen zum Ausdauertraining. Dabei sollte allerdings zwischen den verschiedenen Disziplinen dieses Sports differenziert werden, da die Belastungsintensität stark variieren kann.
Aus medizinischer Sicht ist zudem die Sturz- und Verletzungsgefahr beim Inline-Skating bedeutsam. Wie vorangegangene Untersuchungen zeigen, besteht besonders im Bereich der oberen Extremität ein hohes Verletzungsrisiko durch Stürze. Da die Notwendigkeit zum Tragen von einer Schutzbekleidung bei vielen Aktiven noch nicht ausreichend erkannt ist, muss hierauf verstärkt hingewiesen werden. Ebenso bedeutsam ist das Tragen von Brillen bzw. Kontaktlinsen bei bekannter Fehlsichtigkeit, um das Unfallrisiko zu senken.
Für Anfänger ist eine Schulung des Fahrvermögens zu empfehlen. Besonders wichtig erscheint das gezielte Erlernen von Bremstechniken, um ein kontrolliertes Fahren auf Inline-Skates zu gewährleisten. Hierfür stehen spezielle Ausbildungsstätten, Skate-Schulen, Sportvereine sowie Fachgeschäfte zur Verfügung, in denen unter Anleitung durch erfahrene Inline-Skater die Grundlagen erlernt werden können. Durch diese Schulungen kann der hohe Anteil von Autodidakten beim Inline-Skating, der nach unterschiedlichen Befragungen zwischen 73% bis 92% liegt, gesenkt werden.
Zudem sollte sich jeder Inline-Skater der grundlegenden Prinzipien seiner Sportart bewusst sein. Der DIV hat dazu "Die Goldenen Regeln des Inline-Skatings" herausgebracht, die jedem, der diesen Sport betreibt, als Hilfestellung dienen und Anfängern durch Ratschläge zum Umgang mit dem neuen Sportgerät den Beginn erleichtern sollen.
Zusammenfassend betrachtet, erscheint das Inline-Skating als abwechslungsreicher und vielseitiger Trendsport, der für unterschiedlichste Altersklassen eine reizvolle Alternative zu traditionellen Sportarten darstellt.
Die Goldenen Regeln des Inline-Skatings:
1. Tragen Sie immer die vollständige Schutzausrüstung (Knieschoner, Ellenbogenschoner, Handgelenkschoner), beim Schnellfahren auch einen Helm
2. Lernen Sie sicher, schnell und rechtzeitig zu bremsen
3. Bleiben Sie immer achtsam und zuvorkommend (skate smart!)
4. Skaten Sie stets so, dass Sie die Situation unter Kontrolle haben
5. Skaten Sie auf Wegen immer auf der rechten Seite
6. Fußgänger, Radfahrer oder andere Skater immer links überholen
7. Meiden Sie Flächen mit starkem Fußgänger- oder Radfahrverkehr
8. Achten Sie auf Fußgänger und Radfahrer und lassen Sie ihnen immer den Vorrang
9. Fahren Sie nicht auf öffentlichen Straßen oder auf Radwegen
10. Wenn Sie auf dem Bürgersteig fahren: Geschwindigkeit reduzieren, stets bremsbereit sein, vorausschauend skaten - Fußgänger haben Vorfahrt
11. Meiden Sie nasse, ölige, sandige oder staubige Wege sowie Unebenheiten und Schotter
12. Diesen Goldenen Regeln ist nur noch zu ergänzen:
13. Nehmen Sie als Anfänger Unterricht!
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